Matthäus, Markus und Lukas
Was tut und lehrt Jesus?
| Wort | Das heißt hier |
|---|---|
| Corpus Johanneum | Die fünf neutestamentlichen Schriften, die traditionell mit Johannes verbunden werden: ein Evangelium, drei Briefe und die Offenbarung. |
| Verfasserschaft | Die Frage, wer einen Text geschrieben hat. |
| Johanneische Schule | Ein Forschungsmodell: Mehrere Menschen könnten eine gemeinsame Tradition bewahrt und in verschiedenen Schriften weitergegeben haben. Eine feste Schule ist nicht nachgewiesen. |
| Apokalypse | Eine Schrift mit Bildern und Visionen, die verborgene Wirklichkeit und Hoffnung auf Gottes Zukunft zeigt. |
| Textgattung | Eine Art von Text, zum Beispiel ein Brief, eine Erzählung oder eine Schrift mit Visionen. |
| Idiolekt | Die besondere Art, wie eine einzelne Person spricht oder schreibt. |
| Soziolekt | Wörter und Redeweisen, die eine Gruppe gemeinsam benutzt. |
| Ekklesiologie | Das Nachdenken darüber, was Kirche und Gemeinde sind. |
Das ist der Name für fünf Schriften des Neuen Testaments, die traditionell mit dem Apostel Johannes verbunden werden.
| Schrift | Textgattung | Thema im Überblick |
|---|---|---|
| Johannesevangelium | Evangelium | Jesus als das menschgewordene Wort Gottes |
| 1. Johannesbrief | Brief | Liebe, Wahrheit und Gemeinschaft |
| 2. Johannesbrief | Brief | Wahrheit, Liebe und rechte Lehre |
| 3. Johannesbrief | Brief | Gemeinschaft, Gastfreundschaft und Streit |
| Offenbarung des Johannes | Visionen, Gericht, Hoffnung und Vollendung |
Das sind fünf Schriften, aber drei grobe Textgattungen: Evangelium, Briefe und Apokalypse.
Die alte kirchliche Tradition schrieb alle fünf dem Apostel Johannes, dem Sohn des Zebedäus, zu. Heute fragen Forschende, ob ein Mensch wirklich alle fünf verfasst hat.
Eine fragt, wer einen Text geschrieben hat. Für das Corpus Johanneum gibt es mehrere Erklärungen. Sie sind Forschungspositionen, keine gleichzeitig bewiesenen Tatsachen.
Das Johannesevangelium und die Offenbarung klingen sehr verschieden. Ihre Sprache und ihre theologischen Themen unterscheiden sich deutlich. Das ist ein wichtiger Textbefund. Was daraus über die Verfasser folgt, wird verschieden erklärt.
| Ansatz | Mögliche Erklärung |
|---|---|
| Johannes schrieb nur das Evangelium | Die Offenbarung stammt von einem anderen Johannes oder einer anderen Person. |
| Johannes schrieb nur die Offenbarung | Das Evangelium stammt von jemand anderem. |
| Johannes schrieb beide Werke | Zwischen beiden Schriften lag vielleicht viel Zeit. Sein Stil und seine Themen könnten sich verändert haben. |
| Schüler des Johannes schrieben die Werke | Johannes oder seine Lehre könnte eine Gruppe geprägt haben. Verschiedene Schüler schrieben später Texte. |
Forschende vertreten verschiedene Erklärungen. Sie gewichten die Textunterschiede und mögliche Verbindungen unterschiedlich.
| Forschende | Gedanke |
|---|---|
| Eduard Lohse und Heinrich Kraft | Sie erklären die Unterschiede zwischen Evangelium und Offenbarung mit verschiedenen Verfassern. |
| Raymond E. Brown | Brown beschreibt eine johanneische Gemeinde und untersucht, wie Evangelium und Briefe mit ihr zusammenhängen. Seine Darstellung belegt nicht die pauschale Behauptung, alle drei Briefe hätten verschiedene Verfasser. |
| R. Alan Culpepper | Culpepper vergleicht Merkmale antiker Schulen und fragt, ob sich die johanneische Gemeinde sinnvoll als Schule beschreiben lässt. |
| Robert Henry Charles | Charles unterscheidet die Verfasser der Offenbarung und des Evangeliums; er ordnet die Johannesbriefe wiederum anders zu. |
Wichtig: Andere Schreibweisen sind ein Hinweis. Sie beweisen für sich allein weder denselben noch verschiedene Verfasser.
Die oder der Johanneische Kreis ist ein verbreitetes Forschungsmodell. Es nimmt an, dass eine Gruppe eine gemeinsame Lehre bewahrte und weitergab.
Die Idee könnte erklären, warum manche Texte ähnliche Wörter und Themen haben, auch wenn nicht dieselbe Person alle Texte schrieb.
| Indiz | Was fällt auf? |
|---|---|
| Gemeinsame Theologie | Liebe, Wahrheit, Gotteserkenntnis und die Nähe von Vater und Sohn kehren wieder. |
| Ähnliche Sprache | Wiederkehrende Wörter könnten zu einer gemeinsamen Schreibtradition passen. Der persönliche Sprachstil heißt ; die Sprachweise einer Gruppe heißt . |
| Ähnliche Vorstellung von Gemeinde | Die Texte sprechen von Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Verantwortung. Das Thema heißt . |
| Gruppenbezogene Ethik | Liebe, Wahrheit und das Halten der Gebote verbinden Glauben mit dem Handeln der Gemeinschaft. |
| Jesus als Lehrer | Jesus lehrt seine Jünger; sie sollen seine Worte bewahren und weitergeben. |
Ähnliche Wörter und Gedanken können auf eine gemeinsame Tradition hindeuten. Sie verraten aber nicht sicher, ob es eine feste, organisierte Schule gab.
Darum heißt es: Indizien, keine Beweise.
Der erste Johannesbrief sagt: „Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,8.16). Liebe ist dort nicht nur ein Gefühl. Sie zeigt sich darin, wie Menschen miteinander umgehen.
| Bibelstelle | Aussage |
|---|---|
| 1 Joh 4,8.16 | Gott ist Liebe. |
| Joh 3,16 | Gott liebt die Welt und gibt seinen Sohn. |
| Joh 13,34 | Jesus fordert seine Jünger auf, einander zu lieben. |
| 1 Joh 4,19 | Die Liebe der Menschen antwortet auf Gottes Liebe. |
| 1 Joh 4,20–21 | Gottesliebe und Geschwisterliebe gehören zusammen. |
Im 1. Johannesbrief geht es besonders um Liebe innerhalb der Glaubensgemeinschaft. Das ist nicht automatisch dasselbe wie die umfassendere Nächstenliebe oder Feindesliebe.
Auch Paulus und die Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas betonen die Liebe. Sie ist also nicht nur ein johanneisches Thema.
Merksatz: Gott ist Liebe → Gottes Liebe wird in Jesus sichtbar → die Gläubigen sollen einander lieben.
Matthäus, Markus und Lukas heißen , weil man ihre Erzählungen gut nebeneinander vergleichen kann.
Gemeinsam: Beide Seiten erzählen von Jesus. Die Unterschiede zeigen verschiedene Schwerpunkte.
Jesu Tun ↔ Jesu Identität
Was tut und lehrt Jesus?
Wer ist Jesus, und was bedeutet sein Kommen?
Die Verweise führen direkt zu Joh 1,1 und Joh 1,14.
Joh 1,1 erinnert an den Anfang der Schöpfung in Gen 1,1. Johannes beginnt mit Jesu Beziehung zu Gott, bevor er von Jesu Leben auf der Erde erzählt.
Das ist ein Unterschied im Schwerpunkt. Es ist kein Gegensatz zwischen Geschichte und Theologie: Auch die drei anderen Evangelien deuten ihren Stoff theologisch. Und Johannes erzählt auch von Ereignissen.
Im Johannesevangelium wird Lehre weitergegeben: Gott sendet Jesus; Jesus lehrt seine Jünger; die Jünger sollen seine Worte bewahren und anderen weitersagen.
| Schritt | Bibelstellen | Gedanke |
|---|---|---|
| Gott sendet Jesus | Joh 7,16–17; 8,26; 8,28 | Jesus spricht von dem, der ihn gesandt hat. |
| Jesus lehrt seine Freunde | Joh 15,15 | Jesus nennt die Jünger Freunde und teilt ihnen mit, was er gehört hat. |
| Die Lehre wird weitergetragen | Joh 17,26 | Jesus sagt, er habe Gottes Namen bekannt gemacht. |
So kann man die Weitergabe als Kette darstellen: Gott → Jesus → Jünger → johanneische Tradition.
Das ist eine theologische Deutung der Texte. Die Bibel sagt damit nicht ausdrücklich, dass es eine geschichtlich organisierte Johanneische Schule gab.
Die Offenbarung gehört in der kirchlichen Tradition zum Corpus Johanneum. Sie ist eine : Johannes sieht Visionen voller Zeichen, Bilder und himmlischer Szenen. In seiner Vision erscheinen sieben Leuchter und Sterne (Offb 1,9–20), ein Thron im Himmel (Offb 4,1–8) und ein Lamm mit einer Schriftrolle (Offb 5,1–14).
Die Offenbarung entfaltet eine eigene Bildwelt. Deshalb stellen wir sie hier nicht in einer Vergleichstabelle neben Evangelium und Briefen.
Löse die Aufgaben. Du kannst es jederzeit noch einmal versuchen.