Das Markusevangelium: Jesus auf dem Weg

Ich lerne Theologie spielerisch · Public Learning

Hier lerne ich

  • den Weg Jesu im Markusevangelium nachzeichnen
  • fünf Motive des Messiasgeheimnisses unterscheiden
  • Überlieferung und Forschung zu Verfasserschaft und Schluss einordnen

Ein Buch beginnt mitten in der Geschichte

Das Markusevangelium beginnt nicht mit Jesu Geburt. Es beginnt mit Johannes dem Täufer und Jesus in Galiläa. Markus erzählt schnell: Jesus heilt, lehrt und zieht weiter.

Doch eine Frage läuft durch das ganze Buch: Wer ist Jesus? Menschen staunen über Jesu Taten. Die Jünger verstehen lange nicht, wohin Jesu Weg führt. Erst am Kreuz spricht ein römischer Hauptmann: „Dieser Mensch war Gottes Sohn.“ (Mk 15,39)

Welche Aussage passt zum Anfang des Markusevangeliums?

Ein Buch ohne sicheren Namen des Verfassers

Im Text selbst steht kein Verfassername. Die Frage, wer das Buch schrieb, heißt Verfasserschaft. Die älteste Überschrift lautet „Nach Markus“. Die christliche Überlieferung verbindet das Buch mit Markus, dem Begleiter des Petrus. Papias schrieb um 135 n. Chr., Markus sei Petrus’ Dolmetscher gewesen.

Das ist eine Überlieferung, kein sicherer Nachweis. Auch die Gleichsetzung mit Johannes Markus ist nicht gesichert. Die Forschung nennt als verbreitete Möglichkeit einen unbekannten christlichen Verfasser. Eine USCCB-Einleitung erwägt eine Entstehung kurz nach 70 n. Chr., möglicherweise in Syrien. Eine ältere Position datiert das Buch kurz vor 70 und nach Rom.

Was lässt sich über den Verfasser sagen?

Der Weg führt von Galiläa nach Jerusalem

Eine verbreitete Gliederung beginnt mit Jesu Auftreten in Galiläa. Danach folgen Gleichnisse, Heilungen und die Aussendung der Zwölf. In der Mitte fragt Jesus bei Cäsarea Philippi: „Für wen haltet ihr mich?“ Petrus antwortet: „Du bist der Christus.“ (Mk 8,27–30)

Danach kündigt Jesus dreimal sein Leiden an: auf dem Weg in Kapitel 8, noch einmal in Kapitel 9 und schließlich vor dem Aufstieg nach Jerusalem in Kapitel 10. Diese rahmen Jesu Lehre. Die Jünger hören die Worte, verstehen sie aber nicht. Jesus erklärt: Wer groß sein will, soll dienen. (Mk 8,31; 9,31; 10,33–45)

Ein ist ein Vorschlag. Fachleute können Abschnitte unterschiedlich abgrenzen. Der Weg nach Jerusalem ist dabei mehr als eine Reiseroute: Er führt zur , also zu Jesu Leiden und Tod.

Ordne die großen Stationen der Erzählung.

Das Messiasgeheimnis: Wer darf es schon sagen?

Jesus wird im Markusevangelium als Christus und Sohn Gottes vorgestellt. Zugleich fordert Jesus Menschen immer wieder auf, über seine Identität oder eine Heilung zu schweigen. Dämonen erkennen Jesus, doch Jesus weist sie zurecht. Die Jünger erleben besondere Szenen, verstehen aber Jesu Weg nicht.

In einer Geschichte nennen Dämonen sich „Legion“, weil sie viele sind. (Mk 5,1–10) Das Wort kann an eine römische Militäreinheit erinnern. Die Datenbank hält diese Anspielung für möglich. Sie behauptet weder, dass dort wirklich eine römische Legion steht, noch dass Markus eine sichere politische Allegorie erzählt.

William Wrede fasste solche Stellen als zusammen. Er unterschied fünf Motive:

  1. : Die Jünger erkennen Jesu Weg lange nicht.
  2. : Menschen bleiben der Botschaft gegenüber verschlossen.
  3. an Geheilte: Geheilte sollen das Geschehen nicht verbreiten.
  4. Schweigegebote an Jünger: Die Jünger sollen Jesu Identität oder besondere Erlebnisse zunächst nicht bekannt machen.
  5. Schweigegebote an Dämonen: Dämonen erkennen Jesus, dürfen ihn aber nicht öffentlich ausrufen.

Wrede vermutete, Markus habe ältere Erzählungen, die Jesus noch nicht ausdrücklich als Messias darstellten, so geordnet, dass Jesu Identität erst nach Leiden und Tod verständlich wird. Das ist eine Forschungsthese, keine feststehende Tatsache.

Ordne die Szene dem Motiv zu, das sie am besten beschreibt.

Jerusalem: Konflikt, Verlassenheit und ein Bekenntnis

In Jerusalem spitzt sich der Konflikt zu. Jesus streitet im Tempel mit religiösen Autoritäten. Beim letzten Mahl deutet Jesus Brot und Kelch. In Getsemani betet Jesus und wird gefangen genommen. Seine Jünger fliehen.

Am Kreuz ruft Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34) Danach stirbt Jesus. Ein römischer Hauptmann, der die Hinrichtung beobachtet, sagt: „Dieser Mensch war Gottes Sohn.“ (Mk 15,39)

Am ersten Tag der Woche kommen Frauen zum Grab. Ein junger Mann in weißem Gewand sagt, Jesus sei auferweckt worden. Er schickt die Frauen zu den Jüngern und Petrus. Die Frauen fliehen und sagen zunächst niemandem etwas, denn sie haben Angst. (Mk 16,1–8)

In den ältesten bekannten Handschriften endet Markus hier bei Vers 8. Die Verse 9–20 bilden eine spätere lange . In der kirchlichen Überlieferung wurde dieser Schluss ebenfalls weitergegeben. Er muss aber vom frühesten überlieferten Textschluss unterschieden werden.

Was erzählt Markus am Ende – und was steht erst im späteren Schluss?

Noch einmal im Schnelldurchlauf

Station 1 von 7
Johannes und Jesus

Beginn

Das Evangelium beginnt mit Johannes dem Täufer und Jesu Auftreten in Galiläa.

Was bleibt offen?

Wissensmix zum Markusevangelium

Frage 1 von 7

Nennt das Markusevangelium seinen Verfasser im Text?

Zum Nachschlagen

Wissensnetz zum Markusevangelium

Markusevangelium: Weg, Überlieferung und Textschluss

  • Schrift
  • Person
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  • Thema oder Textstelle
⠿ Überlieferung und Forschung
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⠿ Der Schluss
⠿ Wundergeschichten und mögliche Anspielungen
laut kirchlicher Überlieferung vonÜberlieferung über Markus berichtet vonForschungsfragehat als Modellbehandeltfrühester überlieferter Schluss
Schrift
Markusevangelium

Kanonisches Evangelium des Neuen Testaments. Der Text ist anonym; die kirchliche Überlieferung schreibt ihn Markus zu.

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