Nabatäer und Hasmonäer

Ich lerne Theologie spielerisch · Public Learning

Hier lerne ich

  • Begegnungen zwischen Hasmonäern und Nabatäern zeitlich ordnen
  • die Könige Aretas I bis III unterscheiden
  • unsichere Stellen in den antiken Berichten erkennen

Kontakte und Kämpfe mit den Hasmonäern

Ein friedlicher Empfang, eine Flucht, ein Krieg: Die Kontakte zwischen Nabatäern und Hasmonäern hatten ganz verschiedene Formen. Die Quellen erzählen einzelne Begegnungen. Beim Lesen lohnt deshalb die Frage: Was zeigt diese Szene – und was wissen wir dadurch noch nicht?

Um 169 v. Chr.: Jason flieht aus Jerusalem

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Vier datierte Comicstationen zeigen um 169 v. Chr. Jasons gescheiterten Angriff auf Jerusalem, seine Flucht zu den Ammonitern, die schwer zu deutende Nachricht über Aretas I. und Jasons weitere Flucht über Ägypten nach Sparta, wo er im Exil stirbt.

Den Anfang macht Jason, ein früherer Hohepriester. Um 169 v. Chr. hört Jason das Gerücht, Antiochos IV. sei tot. Jason sammelt mindestens tausend Männer und greift Jerusalem an. Jason gewinnt die Stadt aber nicht dauerhaft. Menelaus verschanzt sich in der Festung. Jason flieht wieder in das Gebiet der Ammoniter (2. Makkabäer 5,5–7).

Die Jahreszahl ist ungefähr: Die Erzählung in 2. Makkabäer 5 ordnet Ereignisse aus 169 und 167 v. Chr. zusammen (USCCB, Anmerkung zu 2. Makkabäer 5,1).

Danach erzählt 2. Makkabäer, Jason sei bei Aretas, dem Herrscher der Araber, „zur Rechenschaft gezogen“ oder angeklagt worden. Der schwierige griechische Satz lässt sich verschieden verstehen: Vielleicht suchte Jason Schutz bei Aretas; vielleicht wurde er vor Aretas angeklagt.

Sicher ist laut Erzählung: Jason flieht von Stadt zu Stadt, wird nach Ägypten getrieben und fährt von dort über das Meer nach Sparta. Dort stirbt er im Exil (2. Makkabäer 5,8–10; WiBiLex: Aretas). Die USCCB-Fußnote und WiBiLex ordnen den genannten Aretas als Aretas I. ein. Der Bibeltext selbst nennt ihn nur Aretas, Herrscher der Araber (USCCB, Anmerkung zu 2. Makkabäer 5,8).

Der Bibeltext sagt nicht, dass Jason in Petra war. Der erste Zufluchtsort war das Gebiet der Ammoniter. Der Hinweis auf Aretas verbindet die Erzählung mit der frühen Geschichte des Nabatäerreichs, ohne den genauen Aufenthaltsort Jasons zu nennen.

Um 160 v. Chr.: Makkabäer und Nabatäer

Ein friedlicher Empfang

Das 1. Makkabäerbuch erzählt von frühen Kontakten. Auf dem Weg nach Gilead treffen Judas und Jonathan Nabatäer. Die Nabatäer empfangen sie friedlich und berichten von bedrängten jüdischen Verwandten (1. Makkabäer 5,24–26).

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Vier datierte Comicstationen zeigen um 160 v. Chr., wie Jonathan seinen Bruder Johannes zu den Nabatäern schickt, damit diese das Gepäck lagern. Jambri aus Medeba überfallen Johannes und den Zug. Das letzte Bild stellt klar: Die Täter waren nicht die Nabatäer.

Johannes’ Gepäckzug

Jonathan schickt seinen Bruder Johannes mit einem Gepäckzug zu den befreundeten Nabatäern. Johannes soll fragen, ob die Nabatäer das Gepäck vorübergehend aufbewahren können.

Doch Leute aus Medeba, die Jambri genannt werden, überfallen den Zug. Sie nehmen Johannes und das Gepäck mit (1. Makkabäer 9,35–36). Die Täter sind also nicht die Nabatäer. Der Bericht sagt auch nicht, ob die Nabatäer der Bitte schon zugestimmt hatten.

Aber: Ein freundlicher Empfang beweist noch kein festes Bündnis. Die Quelle erklärt nicht, wie dauerhaft oder verbindlich die Kontakte waren.

Wie entwickeln sich die Kontakte weiter, wenn beide Reiche wachsen?

Um 110–93 v. Chr.: Aretas II., Jannäus und Obodas

Aretas II lebte lange vor Aretas IV. Das British Museum setzt seine Regierungszeit ungefähr auf 110 bis 96 v. Chr. In derselben Epoche drängten die Hasmonäer nach Osten (British Museum: Aretas II).

Josephus erzählt von einem arabischen König, der Alexander Jannäus bei Gaza helfen wollte, aber zu spät kam. Josephus nennt keinen Namen. Vielleicht war es Aretas II, doch das lässt sich nicht sicher sagen (Josephus, Antiquitates 13.13.3).

Alexander Jannäus weitete die hasmonäische Macht östlich des Jordans aus. Josephus berichtet, dass er Gebiete in Moab und Gilead eroberte und später gegen den nabatäischen König Obodas I. kämpfte. Um 93 v. Chr. erlitt Jannäus nahe Gadara eine schwere Niederlage; Obodas gewann Gebiete zurück (Josephus, Antiquitates 13.374–382).

Eine historische Übersicht nennt zwölf Städte, die Jannäus erobert habe, viele davon in Moab. Josephus' Bericht schildert die Feldzüge, aber die genaue Zahl ist keine sichere Grundlage, um alle Orte einzeln zu kartieren.

Damit wird der Wechsel der Macht sichtbar: Erst nehmen die Hasmonäer nabatäisches Einflussgebiet ein, dann schlägt Obodas zurück. Der Krieg verhindert nicht, dass beide Reiche später wieder verhandeln.

Die Niederlage bei Gadara zeigt: Die Hasmonäer konnten Gebiete verlieren, die sie zuvor erobert hatten. Wie weit reichte die nabatäische Macht danach?

86–62 v. Chr.: Aretas III. und Damaskus

Einige Jahre später regierte Aretas III, von 86 bis 62 v. Chr. Unter Aretas III breitete sich das Nabatäische Königreich nach Norden aus. Zeitweise gehörte auch Damaskus zu seinem Machtbereich.

Das war eine andere Art von Einfluss als der Handel mit Karawanen: Das Königreich konnte zugleich politische Macht ausüben und wichtige Handelswege nutzen.

Mit dem Vordringen Roms unter Pompeius kam diese Ausdehnung zum Stillstand.

Spiele: Jannäus und Obodas

Lies zuerst die Geschichte. Prüfe hier anschließend, was du einordnen, erklären und aus den Quellen ableiten kannst.

Wer eroberte Gebiete – und wer gewann sie nach der Niederlage zurück?

Kontakt ist nicht gleich Bündnis

Was sagt die Quelle – und was folgt daraus nicht automatisch?

Zum Nachschlagen

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Wissensnetz zu Nabatäern und Petra

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