Die Makkabäer: Vom Widerstand zur eigenen Herrschaft

Ich lerne Theologie spielerisch · Public Learning

Hier lerne ich

  • warum der Tempel so wichtig war und was Entweihung bedeutet
  • wie Mattatias, Judas, Jonathan und Simon den Aufstand führten
  • woran Chanukka erinnert und warum der Kampf danach weiterging

Ein Fest im Winter

Es ist Winter in Jerusalem.

Jesus geht im Tempel umher. Draußen feiern die Menschen ein Fest (Johannes 10,22–23).

Johannes nennt es das Fest der Tempelweihe. Heute heißt das Fest .

Moment mal. Warum muss man einen Tempel weihen, der doch schon steht?

Weil etwas Schlimmes passiert war. Rund 200 Jahre vor Jesus.

Die Geschichte beginnt mit Alexanders Tod. Alexanders Reich zerfällt. Judäa gehört erst den in Ägypten. Um 200 v. Chr. übernehmen die aus dem Norden.

Unter einem seleukidischen König wird es gefährlich.

Doch zuerst eine Frage: Was war das überhaupt für ein Ort, dieser Tempel?

Warum der Tempel so wichtig war

Für das Judentum ist Jerusalem der Mittelpunkt des Glaubens.

Dort liegt der Berg . Darauf steht der Tempel.

Der Tempel gilt als Haus Gottes auf der Erde. Hier wohnt Gott, so glauben die Menschen. Der Gottesname im hebräischen Text lautet .

Im Tempel wohnen und arbeiten die Priester. Hier bringt man Gott Opfer. Hier betet man.

Hier feiert das Volk seine Feste. Und hier werden die Sünden des Volkes vergeben.

Stell dir den Tempel vor wie eine Zielscheibe. Je weiter du nach innen kommst, desto heiliger wird es.

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Zwei Comicfelder: Fünf Ringe wie eine Zielscheibe, beschriftet von außen nach innen: Jerusalem, Tempelberg, Vorhof, das Heilige, das Allerheiligste. Am Rand ein Hügel mit dem Schild Berg Zion. Ein Pfeil zeigt nach innen: immer heiliger. Rechts geht der Hohepriester allein durch einen Vorhang ins Licht und sagt: Nur ich. Nur einmal im Jahr. Ein Kalender zeigt den Versöhnungstag. Die kleine Figur sagt: Je weiter innen, desto weniger dürfen hinein.

Ganz innen liegt das . Dort ist Gott seinem Volk am nächsten.

Hinein darf nur einer: der . Und nur an einem einzigen Tag im Jahr, am (3. Mose 16,2 und 16,29–34).

Aber: Die Ringe sind ein Denkbild. Sie sind kein Bauplan. Der Name Zion meint in der Bibel nicht immer genau denselben Hügel.

Von außen nach innen: Lege die Bereiche in die richtige Reihenfolge.

Jetzt verstehst du: Wer den Tempel angreift, trifft den empfindlichsten Punkt des Glaubens.

Genau das geschieht.

Antiochos IV. greift nach dem Tempel

Der König heißt Antiochos IV. Epiphanes. Antiochos IV. regiert von 175 bis 164 v. Chr. über das Seleukidenreich.

Antiochos IV. hat ein Ziel: Judäa soll ganz griechisch werden. Und ganz zum Reich der Seleukiden gehören.

Das nennt man . Antiochos IV. setzt sie mit Druck durch.

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Vier Comicfelder: 169 v. Chr. trägt König Antiochos IV. den goldenen Altar aus dem Tempel, eine Figur ruft: Der goldene Altar! 167 v. Chr. hält ein Ausrufer ein Blatt hoch: Schriftrolle, Leuchter und Kalender sind durchgestrichen, darunter Verboten. Auf dem Brandopferaltar steht ein fremdes Kultbild, eine Figur schlägt entsetzt die Hände vors Gesicht. Die kleine Figur steht vor einer Tafel: Kein Bild von Gott neben Fremder Kult im Tempel und sagt: Kein Wunder, dass alle wütend sind.

169 v. Chr. plündert Antiochos IV. den Tempel. Antiochos IV. nimmt den goldenen Altar mit (1. Makkabäer 1,21).

Antiochos IV. betritt dabei auch das Heiligtum (1. Makkabäer 1,21–23; 2. Makkabäer 5,15–21).

Ein fremder König im heiligsten Bereich. Dort, wo sonst nur der Hohepriester hindarf. Und nur einmal im Jahr.

Aber: Oft liest man, Antiochos IV. sei ins Allerheiligste gegangen. Das 1. Makkabäerbuch sagt nur: ins Heiligtum. Und: Geraubt wird der goldene Altar. Das Allerheiligste ist ein Raum. Den kann man nicht stehlen.

167 v. Chr. erlässt Antiochos IV. Gesetze über die Religion. Solche Erlasse heißen .

Die Edikte bedeuten: Die Menschen dürfen ihren jüdischen Glauben nicht mehr leben (1. Makkabäer 1,44–50).

Dann das Schlimmste: Auf dem wird ein fremder Kult eingerichtet (1. Makkabäer 1,54). Im Tempel soll nun Zeus verehrt werden, der oberste Gott der Griechen.

Das Buch Daniel nennt so etwas den (Daniel 9,27; 11,31).

Überall im Land lässt Antiochos IV. Altäre aufstellen. Dort soll jeder für die fremden Götter opfern.

Denk an das Gebot: Mach dir kein Bild von Gott. Und jetzt steht ein fremdes Kultbild im Haus Gottes.

Das löst Wut aus. Empörung. Und tiefe Verletzung.

Der Tempel ist jetzt . Das Gebäude steht noch. Aber es darf nicht mehr für Gott genutzt werden.

Aber: Wie genau sah das Kultbild aus? Das weiß niemand. Auch das Jahr der Edikte ist nicht ganz sicher. Manche nennen 168 v. Chr. Viele Forschende nennen 167 v. Chr.

Was tat Antiochos IV.? Und was ist nur ein Gerücht, das nicht in den Quellen steht?

Wie reagieren die Menschen? Nicht alle gleich.

167 v. Chr.: Ein Priester sagt Nein

Unter den Juden gibt es eine Minderheit, die das Neue gut findet. Man nennt sie die Befürworter. Diese Menschen leben vor allem in Jerusalem. Sie haben persönliche Vorteile davon.

Aber viele sind dagegen. Es bildet sich eine .

Im Dorf Modiin spitzt sich alles zu.

Ein königlicher Beamter verlangt ein Opfer für die fremden Götter. Der Priester Mattatias weigert sich.

Ein anderer Jude tritt vor und will opfern. Da tötet Mattatias den Mann und den königlichen Beamten. Mattatias reißt den Altar nieder (1. Makkabäer 2,15–28).

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Vier Comicfelder: In Modiin verlangt ein Beamter: Opfert hier! Der Priester Mattatias verschränkt die Arme: Niemals! Der fremde Altar liegt in Stücken, Mattatias läuft mit seinen Söhnen in die Berge. Am Lagerfeuer sitzen Mattatias und die Söhne Judas, Jonathan und Simon, Hasidäer kommen dazu und sagen: Wir halten zur Tora. Judas steht vorn, über ihm ein Hammer, ein Schild sagt: Makkabäer = Hammer. Die kleine Figur sagt: Nach dem Hammer heißt die ganze Bewegung.

Aber: Das Makkabäerbuch erzählt die Tat als Eifer für Gottes Gesetz. Wir können heute trotzdem fragen: Darf man für den Glauben töten?

Mattatias flieht mit den Söhnen in die Berge. Dort sammelt Mattatias den Widerstand.

Andere schließen sich an: die , besonders fromme Juden (1. Makkabäer 2,42). Die Hasidäer wollen die Tora ganz genau halten.

Dazu gehören wohl auch Priester und Schriftgelehrte. Sie bewahren den jüdischen Glauben seit der Perserzeit. Manche schreiben Texte.

Bald darauf stirbt Mattatias. Der Sohn Judas übernimmt die Führung.

Judas bekommt einen Beinamen: „der Makkabäer“. Das heißt wohl: der Hammer. Nach diesem Namen heißt bald die ganze Bewegung: die .

Wer gehört wozu?

Eine kleine Gruppe gegen ein großes Reich. Kann das gut gehen?

164 v. Chr.: Das Licht kehrt zurück

Antiochos IV. hat andere Sorgen. Antiochos IV. kümmert sich mehr um den Osten des Reiches. Gegen den Aufstand schickt Antiochos IV. zuerst nur wenige Soldaten.

Das ist die Chance für Judas.

Innerhalb von drei Jahren gewinnt Judas Jerusalem zurück. Jetzt kann der Tempel wieder Gottes Haus werden.

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Vier Comicfelder: Menschen fegen den Vorhof und tragen das fremde Kultbild weg: Reinigen. Sie bauen aus groben Steinen einen neuen Altar: Neuer Altar. Vor dem Tempel jubeln viele, ein Leuchter mit sieben Armen brennt, ein Schild sagt: 164 v. Chr.: Der Tempel wird neu geweiht. Auf einem Hügel steht noch die besetzte Festung Akra. Heute steht in einem Fenster ein Leuchter mit neun Lichtern: Chanukka, acht Tage Lichterfest. Die kleine Figur sagt: Aber die Akra ist noch besetzt.

Reinigen: Alles Fremde kommt hinaus.

Neu bauen: Die Makkabäer bauen einen neuen Altar. Den Altar für den Weihrauch richten sie wieder her (1. Makkabäer 4,44–49).

Neu weihen: 164 v. Chr. wird der Tempel neu geweiht. Acht Tage lang wird gefeiert (1. Makkabäer 4,52–59).

Daran erinnert bis heute Chanukka. Das Wort heißt „Weihe“ oder „Einweihung“. Chanukka ist ein fröhliches Lichterfest. Es dauert acht Tage.

Und jetzt verstehst du die Szene vom Anfang: Jesus ist in Jerusalem, als die Menschen genau dieses Fest feiern.

Aber: Ganz Jerusalem ist noch nicht frei. In der Festung sitzen weiter Soldaten der Seleukiden.

Und noch ein Aber: Viele kennen die Geschichte vom Öl, das acht Tage reicht. Die steht nicht im Makkabäerbuch. Sie wurde erst viel später erzählt.

Was weißt du über die Tempelweihe?

Der Tempel ist frei. Ist damit alles gut?

Warum der Kampf weitergeht

Jetzt zeigt sich: Nicht alle wollen dasselbe.

Die Hasidäer haben, was sie wollten: Sie dürfen ihren Glauben frei leben. Also legen viele Hasidäer die Waffen nieder.

Judas will mehr. Judas will einen eigenen jüdischen Staat. Ohne fremde Könige.

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Vier Comicfelder: An einer Weggabelung zeigt ein Wegweiser zu Freiheit für den Glauben, der andere zu Eigener Staat. Die Hasidäer gehen nach links und legen die Schilde ab, Judas zeigt nach rechts. 160 v. Chr. bei Elasa steht Judas mit wenigen Männern vor einem riesigen Heer und fällt. 152 v. Chr. setzt König Alexander Balas Jonathan das Kopfband des Hohepriesters auf: Jetzt bin ich Hohepriester. 142 v. Chr. hält Simon ein Blatt mit durchgestrichenem Geldsack hoch: Keine Abgaben mehr! Die kleine Figur sagt: Die Freiheit kommt in Schritten.

Aber: So glatt war es nicht. Das Makkabäerbuch erzählt: Einige Hasidäer suchen später Frieden mit den Seleukiden. Trotzdem werden 60 Männer getötet (1. Makkabäer 7,12–18).

Judas kämpft weiter. Judas, Jonathan und Simon holen bedrängte jüdische Familien aus Galiläa und Gilead nach Judäa (1. Makkabäer 5).

Judas schickt Boten nach Rom. Rom und die Juden schließen Freundschaft und versprechen sich Hilfe (1. Makkabäer 8,17–32). Hundert Jahre später wird Rom selbst über Judäa herrschen.

160 v. Chr. lagert Judas bei Elasa. Am Anfang hat Judas 3.000 Mann. Vor dem Kampf sind nur noch 800 da. Das Heer der Seleukiden ist viel größer. Judas fällt (1. Makkabäer 9,3–22).

Aber: Diese Zahlen stehen im Makkabäerbuch. Nachgezählt hat sie niemand.

Geht es um den Glauben oder um einen eigenen Staat?

Judas ist tot. Wer führt jetzt?

Jonathan und Simon: Aus Kämpfern werden Herrscher

Die Anhänger wählen den Bruder Jonathan (1. Makkabäer 9,28–31).

Jonathan ist kein so guter Feldherr wie Judas. Aber Jonathan kann gut verhandeln. Das nennt man .

Bei den Seleukiden streiten zwei Männer um den Thron. Jonathan nutzt das geschickt.

152 v. Chr. macht einer der beiden, Alexander Balas, Jonathan zum Hohepriester (1. Makkabäer 10,18–21).

Jetzt hat eine Person beides: die religiöse und die politische Macht.

Doch dann gerät Jonathan in eine Falle. Tryphon nimmt Jonathan gefangen. In Baskama lässt Tryphon Jonathan töten (1. Makkabäer 13,12–25). Das war Ende 143 oder Anfang 142 v. Chr.

Jetzt bleibt nur noch ein Sohn von Mattatias: Simon.

Wo kämpften die Makkabäer?

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um 160 v. Chr.

Judas fällt bei Elasa

Judas lagert bei Elasa. Nur 800 Mann bleiben. Judas fällt gegen das Heer des Bakchides. Jonathan übernimmt die Führung.

Simon erobert wichtige Festungen. Simon erreicht, dass die Juden keine Abgaben mehr an die Seleukiden zahlen müssen.

142 v. Chr. ist das ein großer Schritt zur Unabhängigkeit (1. Makkabäer 13,41). Bald fällt auch die Festung Akra.

141/140 v. Chr. bestätigt das Volk Simon als Anführer und Hohepriester. Das Makkabäerbuch nennt den Monat Elul im Jahr 172 der seleukidischen Zählung (1. Makkabäer 14,27). Umgerechnet ist das meist September 140 v. Chr. Das Amt soll in Simons Familie bleiben. Aber nur so lange, bis ein vertrauenswürdiger Prophet kommt (1. Makkabäer 14,41).

So entsteht eine neue Herrscherfamilie: die . Aus dieser Familie kommen von nun an Hohepriester und Herrscher zugleich. Eine solche Familie nennt man .

Simon regiert bis 135 oder 134 v. Chr. Dann ermordet Simons eigener Schwiegersohn Simon bei einem Festmahl (1. Makkabäer 16,11–16).

Aber: Ganz fertig war die Freiheit 142 v. Chr. nicht. Die Unabhängigkeit kam Schritt für Schritt. Manche Jahreszahlen schwanken um ein Jahr.

Zwei Phasen, eine Familie

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Gemeinsam Mattatias und drei Söhne führen nacheinander den Aufstand. Erst wird gekämpft, dann verhandelt und regiert.

Kämpfen: Mattatias und Judas

Der Priester Mattatias beginnt in Modiin. Judas, der „Hammer“, führt das Heer.

Verhandeln und herrschen: Jonathan und Simon

Jonathan wird 152 v. Chr. Hohepriester. Simon wird 141/140 v. Chr. Anführer und Hohepriester.

≠

Die Befreier sind jetzt selbst Herrscher. Und Hohepriester.

Doch nicht alle finden das richtig. Wer darf eigentlich Hohepriester sein? Darüber wird bald heftig gestritten.

Was bedeutet das für die Bibel?

Der Aufstand ist lange vorbei, als Jesus lebt. Aber die Spuren sind überall.

Das Fest: Jesus ist zum Fest der Tempelweihe in Jerusalem (Johannes 10,22–23). Ohne die Makkabäer gäbe es dieses Fest nicht.

Die Bücher: Die Makkabäerbücher erzählen die Geschichte. Sie stehen in der griechischen Bibel, der . In katholischen Bibeln gehören sie zum Alten Testament. Luther stellt sie in einen eigenen Anhang.

Das Wort vom Gräuel: Das Buch Daniel spricht vom „Gräuel der Verwüstung“. Jesus nimmt dieses Wort in Markus 13 wieder auf (Markus 13,14). Mit dem „Gräuel“ meint das Buch Daniel wohl die Entweihung durch Antiochos IV.

Die Ämter: Seit Jonathan und Simon ist der Hohepriester auch ein politischer Führer. In den Evangelien begegnen uns Hohepriester mit großer Macht in Jerusalem.

Die Gruppen: Im Umfeld des Aufstands vermuten Forschende den Ursprung von und Essenern. Die Pharisäer kennst du aus vielen Evangelien.

Welche Spur in der Bibel gehört wozu?

Der Aufstand im Schnelldurchlauf

Station 1 von 7
Verbote und fremder Kult

um 167 v. Chr.

Königliche Anordnungen untersagen jüdische Bräuche und den Tempeldienst. Am Brandopferaltar wird ein fremder Kult eingerichtet.

Ort
Tempel in Jerusalem
Quelle
1. Makkabäer 1

Bring den Aufstand in die richtige Folge

Was geschah zuerst?

Schon gewusst?

Hättest du das gedacht?

Frage 1 von 7

Kommt Chanukka auch im Neuen Testament vor?

Was weißt du über die Makkabäer?

Wissensmix

Frage 1 von 18

Wer darf in das Allerheiligste?

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