Nabatäer zur Zeit Jesu

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Hier lerne ich

  • Aretas IV. und Herodes Antipas auseinanderhalten
  • Josephus' Bericht von Aussagen über Paulus unterscheiden
  • erkennen, was die Quellen über nabatäischen Glauben und die Magier offenlassen

Nabatäer zur Zeit Jesu

Ein Heiratsplan löst Feindschaft aus. Ein Mann entkommt in einem Korb aus Damaskus. Magier bringen kostbare Gaben. Diese Geschichten führen auf unterschiedliche Weise zu den Nabatäern. Doch nicht jede mögliche Verbindung ist auch belegt.

Um die Zeitenwende: Aretas IV. und Herodes Antipas

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Sechs Stationen zeigen Aretas IV., seine namenlose Tochter, Herodes Antipas und Herodias; Antipas' Heiratsplan; die Bitte um eine Reise nach Machärus; die Flucht der Tochter zu Aretas nach Arabia; später Antipas' verlorenen Krieg ohne sicheres Jahr und Ort; und die unsichere Deutung, manche hätten darin eine Strafe für Johannes' Tod gesehen.

Zur Zeit Jesu regierte der nabatäische König Aretas IV. Das British Museum setzt seine Regierungszeit ungefähr von 9 v. Chr. bis 40 n. Chr. an. Josephus erzählt, Herodes Antipas habe Herodias in Rom einen Heiratsvorschlag gemacht. Herodias nahm an. Zur Abrede gehörte, dass Antipas Aretas’ Tochter fortschicken sollte (British Museum: Aretas IV).

Bei Josephus hieß Herodias’ erster Mann Herodes. Josephus nennt Antipas den Halbbruder dieses Herodes. Markus nennt den Bruder Philippus (Markus 6,17–18). Die Quellen unterscheiden sich; wir wissen nicht sicher, ob sie dieselbe Person meinen.

Aretas’ namenlose Tochter bat darum, nach Machaerus gebracht zu werden. Antipas schickte sie dorthin, ohne ihre Fluchtabsicht zu erkennen.

Von Machaerus gelangte sie zu ihrem Vater nach Arabia und erzählte ihm von Antipas’ Plan. Josephus nennt das den Beginn der Feindschaft.

Später schickten beide Herrscher Feldherren in den Krieg. Antipas’ Heer wurde besiegt; laut Josephus wechselten Menschen aus Philipps Gebiet die Seite.

Einige deuteten die Niederlage laut Josephus als Strafe für den Tod Johannes des Täufers. Das ist eine überlieferte Deutung, kein gesicherter Kriegsgrund. Josephus nennt für die Schlacht weder ein genaues Jahr noch einen sicheren Ort.

In Damaskus: Paulus unter Aretas

Paulus berichtet, dass ein Ethnarch – ein örtlicher Amtsträger – unter König Aretas Damaskus bewachen ließ, um Paulus festzunehmen. Paulus entkam in einem Korb durch ein Fenster in der Stadtmauer (2. Korinther 11,32–33).

Die Apostelgeschichte erzählt von einer ähnlichen Flucht aus Damaskus, nennt aber Juden als Paulus’ Gegner (Apostelgeschichte 9,23–25). Die Berichte sind verwandt, aber nicht gleich.

Der Name Aretas begegnet schon früher: Aretas III. regierte von 86 bis 62 v. Chr. Unter ihm dehnte sich das Nabatäerreich nach Norden aus und besetzte Damaskus zeitweilig. Das ist eine andere Episode als Paulus’ Flucht.

Dass Paulus’ Aretas Aretas IV. meint, ist möglich, aber nicht sicher. Der Brief nennt keine Ordnungszahl. Er sagt auch nicht, dass Aretas selbst in Damaskus war.

Was Funde über den Glauben zeigen

Inschriften und Münzen zeigen: Nabatäer verehrten mehrere Gottheiten. Das nennt man .

Eine wichtige männliche Gottheit war Dūshara. Manche nabatäischen Kulte verehrten Gottheiten bildlos. Aufgerichtete Steine konnten dabei als Kultzeichen dienen.

Die nabatäische Religion nahm Einflüsse aus Edom, Syrien und Ägypten auf. In manchen Kulten spielten auch Sonne, Mond und Sterne eine Rolle. Das nennt man . Die Gottheiten wurden nicht an allen Orten gleich verehrt.

Die Hasmonäer waren jüdische Herrscher und verehrten einen Gott. Die beiden Nachbarreiche hatten also auch unterschiedliche Religionen.

Inschriften aus Bosra nennen auch die Göttin Al-Uzza. Dieser Beleg zeigt einen Kult in Bosra. Er beweist nicht, dass überall im Nabatäerreich dieselben Götter gleich verehrt wurden.

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Eine Forscherfigur betrachtet eine Inschrift aus Bosra und notiert den dort belegten Kult der Al-Uzza. Andere Orte bleiben mit Fragezeichen markiert: Ein örtlicher Fund beweist nicht den Glauben aller Nabatäer.

Auch Allat ist belegt. Inschriften führen Allat unter den Gottheiten von Bosra auf (archäologische Übersicht des französischen Kulturministeriums). Einzelne Orte verehrten unterschiedliche Gottheiten; aus dem Namen allein lässt sich kein einheitlicher Glaube aller Nabatäer ableiten.

Eine archäologische Fachquelle beschreibt frühe Kulte mit aufgerichteten Steinen. Solche Steine heißen . Sie konnten Gottheiten darstellen.

Der Befund gilt nicht automatisch für jeden Ort und jede Zeit. Die religiöse Praxis konnte sich verändern.

Inschriften belegen nabatäische Händler in Puteoli im frühen ersten Jahrhundert nach Christus. Dort wurde auch ein nabatäisches Heiligtum untersucht. Eine lateinische Weihinschrift verbindet mit diesem Heiligtum.

Aber: Eine einzelne Inschrift erzählt nicht alles über den Glauben aller Nabatäer.

Hier lohnt ein Vergleich: Erst setzt ein seleukidischer König griechische Ordnung in Judäa mit Gewalt durch. Später vergrößern die Hasmonäer ihr Reich und bringen manche eroberten Nachbarn in ihre religiöse Ordnung.

Aus Menschen, die selbst gegen fremde Macht kämpften, werden nun Herrscher über andere. Aber: Das ist keine einfache Wiederholung. Es sind andere Zeiten, andere Menschen und unterschiedlich gut belegte Vorgänge. Josephus’ Bericht über die Eingliederung Idumäas ist umstritten. Wie kann ein Kampf um Freiheit neue Macht über Nachbarn schaffen?

Waren die Magier aus dem Osten Nabatäer?

Weihrauch und Myrrhe gehören zur Geschichte des nabatäischen Handels. Führt diese Spur auch zu den Magiern, von denen Matthäus erzählt?

Matthäus sagt nur: Magier kamen aus dem Osten. Matthäus nennt weder ihre Zahl noch ihre Namen. Matthäus nennt sie auch nicht Könige (Matthäus 2,1–12).

Matthäus nennt drei Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Spätere Vorschläge verorten die Magier unter anderem in Arabien, Babylonien oder Persien. Weihrauch und Myrrhe waren auch wichtige nabatäische Handelswaren.

Die drei Gaben beweisen nicht, dass drei Personen kamen. Sie beweisen auch keine Herkunft aus Petra. Matthäus verrät nicht, wer die Magier waren.

Spiele: Aretas III. und Aretas IV.

Lies zuerst die Geschichte. Prüfe hier anschließend, was du einordnen, erklären und aus den Quellen ableiten kannst.

Ordne die beiden Könige den Angaben zu.

Die Magier

Was sagt Matthäus wirklich?

Aretas IV. und Antipas

Unterscheide, was Josephus berichtet, von dem, was offenbleibt.

Zum Nachschlagen

Fremdwörter dieser Seite
Wissensnetz zu Nabatäern und Petra

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